Portrait von Webentwickler Ingo Steinke in Berlin

Fallstudie: Shopware-Entwicklung und -Betriebskosten im Praxistest

Wie sich ein individuell gestalteter Shopware-Shop auch für Startups und kleine Mittelständler lohnt, und wie sie von meiner Erfahrung als E-Commerce-Entwickler profitieren, zeigt diese Fallstudie zu Shopware-Entwicklung und Betriebskosten.

Zunächst ein paar Worte zu mir: Als Webentwickler habe ich zahlreiche, auch große E-Commerce-Projekte, also Online-Shops, mitentwickelt und langfristig erfolgreich betreut, darunter die Shop-Apotheke und Kunden aus der OTTO-Gruppe. Seit 2024 bin ich zertifizierter Shopware-Entwickler und Shopware Extension Partner. In dieser Fallstudie zeige ich, wie ich meine Erfahrungen auch auf kleine Shops und die Entwicklung von Custom Themes für Shopware anwende und wie sich das für meine Kundinnen und Kunden rechnet.

Die Fallstudie zu Shopware-Entwicklung und Betriebskosten im Überblick:

  • Rolle: Full-Stack- und zertifizierter Shopware-Entwickler
  • Aufwand: ca. 3 Wochen / 120 Stunden
  • Zeitraum: 2024 bis 2026 (als Studienprojekt parallel zu anderen Projekten)
  • Tech Stack: Shopware 6.7, PHP 8.2, SCSS, Twig
  • Kunde: ich selbst (Open-Source-Referenzprojekt)
  • Ziel: Gesamtkosten einer individuellen Shopware-Installation ermitteln.
  • Ergebnis: laufende zweistellige, einmalige vierstellige Kosten sind grundsätzlich erreichbar.

Herausforderungen

Gründer, Startups, und andere kleine Shopbetreiber scheitern oft daran, einen Online-Shop individuell und gleichzeitig barrierefrei und rechtskonform zu betreiben. Angebote großer Plattformen lassen sich wiederum selten gut genug an die eigenen Anforderungen anpassen oder erweisen sich langfristig als Kostenfalle.

Zwischen unbefriedigenden KI- und Baukastenlösungen einerseits und hochpreisigen Großkundenprojekten gibt es sinnvolle Lösungen zu überschaubaren Preisen. Belastbare Zahlen zu Gesamtkosten lassen sich kaum an einem Kundenprojekt zeigen, da diese Daten aus guten Gründen üblicherweise der Verschwiegenheit unterliegen. Demoprojekte bleiben wiederum im Alltag einer Agentur oder eines Freelance-Entwicklers zugunsten echter Kundenprojekte liegen.

Umsetzung: vom Studienprojekt zum Merchandise-Shop

habe ich mit der Umsetzung als Weiterbildungsprojekt zur Vorbereitung auf meine Zertifizierung als Shopware-Entwickler. Abgeschlossen habe ich das Custom Theme erst gut zwei Jahre später und betreibe es seit 2026 unter produktiven Bedingungen. Das schließt die volle Verantwortung für Software- und Rechtssicherheit, Zahlungen und Lieferbarkeit sowie regelmäßige Wartung mit ein. Ähnlich hatte gut fünfzehn Jahre zuvor meine Blog-Website zunächst als Testinstallation für WordPress begonnen. So gesehen wäre WooCommerce als E-Commerce-Software naheliegend gewesen. Shopware erschien mir aber aus mehreren Gründen überlegen, insbesondere was die Stabilität, Ladegeschwindigkeit und Anpassbarkeit angeht. Zudem ist schon die kostenfreie Open-Source Community Edition von Shopware für den deutschen Markt bestens vorbereitet.

Zunächst habe ich auf einem Testserver ein Custom Theme für Shopware entwickelt, das die Gestaltung des Blogs übernimmt und dieselben Schriftarten und Farben verwendet. Zusätzlich habe ich das, bereits zuvor von mir programmierte, Shopware-Plugin zur Kostentransparenz integriert. Das Plugin hatte ich bereits als kostenlose Shopware-Extension veröffentlicht. Somit sind in der Gesamtkalkulation dieser Fallstudie keine Kosten für individuelle Shopware-Plugin-Entwicklung enthalten. Der vorgestellte Shop dient als Live-Demo für das von mir entwickelte Plugin und als Shopware-Testumgebung unter Live-Bedingungen, die zumindest mit dem Geschäft eines kleinen Startups vergleichbar sind.

Das bisherige Ergebnis lässt sich auf shop.open-mind-culture.org ganz konkret nachvollziehen.

Alle Produkte sind tatsächlich lieferbar. Die Lieferkettentransparenz endet aus meiner Sicht leider dort, wo ich von anderen Herstellern ein- und weiterverkaufe. Aber die Preistransparenzgrafik zeigt deutlich, wie gering meine Marge ist und welcher Kostenanteil etwa auf die Logistik, also den Versand an meine Kundschaft, entfällt.

Ehrlicherweise, auch das gehört zur Transparenz eines solchen Projekts, gibt es noch unerledigte Punkte, Fehler und Verbesserungsvorschläge. Diese sind, ebenso wie der Quellcode des Themes, im GitHub-Repository öffentlich sichtbar. Das gleiche Open-Source-Prinzip gilt für mein Kostentransparenz-Plugin. Beides ist Work in Progress. So zeigt der Lighthouse-Audit unter "Best Practices" nur 77 von 100 Punkten, und die Barrierefreiheitsprüfung an einer Stelle einen zu schwachen Farbkontrast.

Screenshots

Screenshot der Shopware-Produktdetailseite des Shops mit Kostentransparenz-Diagramm, daneben die Blog-Übersicht als Vorlage im VergleichScreenshot: Lighthouse-Audit der Produktdetailseite des Shops mit 97 von 100 Punkten

Lösung mit Open-Source-Software und individueller Theme-Entwicklung

Der Open Mind Culture Shop passt optisch zur gleichnamigen Blog-Website und lässt sich individuell erweitern und anpassen. Er lädt schnell, ist barrierefrei und geht durch die grafische Visualisierung der Preisanteile über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Das schafft Vertrauen auch bei kritischen und ethisch anspruchsvollen Kundinnen und Kunden. Der Online-Shop nutzt die kostenlose Community Edition und bietet Zahlungen über Stripe und PayPal an, die auf Provisionsbasis ohne laufende Kosten abrechnen.

Wartung: Shopware lässt sich theoretisch auch von technisch nicht versierten Shopbetriebern selbst aktualisieren. Üblicherweise erledigen dies entweder die Hosting-Anbieter für einen Aufpreis, oder es übernimmt ein zertifizierter Shopware-Entwickler wie ich im Rahmen eines Wartungsvertrages. Dieser garantiert Kostentransparenz auch bei den laufenden Kosten. Die Pflege von Produktdaten, also Preisen, Produktbeschreibung und Bildern, ist tatsächlich auch für Laien einfach selbst zu machen, nach einer kurzen Einführung und mit bestehenden Produkten als Vorlage. Bei Bedarf sind auch Schulungen, oder auch Schnittstellen zum Import und Abgleich der Daten zwischen Shopware und einem Warenwirtschaftssystem möglich.

Ergebnis: wie sich Shopware auch für kleine Unternehmen lohnt

Den Gesamtaufwand bis zum betriebsbereiten Zustand schätze ich im vorgestellten Fall auf insgesamt etwa 3 Wochen (120 Stunden) individuelle Shopware-Entwicklung. Im Einzelfall variiert dies deutlich, je nachdem wie sehr wir entweder auf bestehende Vorlagen zurückgreifen können, oder aber besondere Gestaltungswünsche vorliegen. Daher erstelle ich für jeden Kunden nach einem unverbindlichen und kostenlosen Erstgespräch ein individuelles Angebot. Als Antwort auf die Frage, "Was kostet bei Ihnen eine Website?" bietet diese Fallstudie nun eine nachvollziehbare "Hausnummer".

Die laufenden Kosten bleiben monatlich im zweistelligen Bereich. Einmalig kommen für Installation, Theme-Entwicklung und Beratung geschätzte Kosten im vierstelligen Bereich dazu. Diese Zahlen belegen: Auch auf dem günstigsten offiziell Shopware-geeigneten Hosting lässt sich eine individuelle, barrierefreie Lösung wirtschaftlich beauftragen und betreiben.

Wohlgemerkt wurde hier ausdrücklich nur ein kleiner Shop mit wenigen Produkten und wenigen Bestellungen getestet. Mit wachsendem wirtschaftlichem Erfolg wachsen üblicherweise auch die Anforderungen und damit auch die laufenden Kosten. Mit dem hier beschriebenen Betriebsmodell wachsen sie aber nicht in dem Ausmaß, wie es bei manchen Software-as-a-Service-Dienstleistern der Fall ist. Und dank Open-Source-Software steht es jedem Shopbetreiber jederzeit frei, zu einem anderen Dienstleister zu wechseln.

Wer eine ähnlich transparente und wirtschaftliche Shopware-Lösung sucht, kann sich übrigens gerne bei mir melden.